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Zum Geld anlegen findest du viele Optionen. Als privater Anleger hast du heute Zugriff auf viele verschiedene Kapitalanlagen. Einige sind schon seit Jahrzehnten fester Bestandteil großer Portfolios. Andere Kapitalanlagen sind dagegen noch sehr jung, aber erfahren einen kräftigen Aufschwung.

Ob neue Investmentmethoden oder das alt bewährte Angebot der Bankenbranche, bei vielen lohnt sich der Blick hinter den Vorhang. Zu den Punkten Moral, Kostenstruktur, Diversifikation oder Risiko fallen einige dieser Kapitalanlagen gnadenlos durch.

Zum Teil haben sie sich im Laufe der letzten Jahrzehnte zu dem entwickelt, was sie heute sind, einfach nicht mehr zeitgemäß. Eventuell können sie problemlos durch andere, bessere Anlageformen ersetzt werden.

Einige neue Anlageformen werden durch Experten hoch gepuscht. Als alternative Investments dienen sie der Anlegerszene als eine moderne und futuristische Zutat im eigenen Portfolio.

 

Ich zeige dir warum viele Experten mit ihren Aussagen zu den folgenden 3 Kapitalanlagen falsch liegen.

 

#1 klassische Fonds gehören nicht in dein Portfolio

 

Die Zeit der klassischen Aktienfonds ist vorbei. Vorbei mit riesigen Managergebühren, mit Bauchgefühl-Strategien und den daraus resultierenden schlechten Ergebnissen.

Viel zu hoch sind die Kosten, dabei erreichen die Fonds so gut wie nie den angestrebten Zielwert. Die minderwertige erwirtschaftete Rendite rechtfertigt in keiner Weise die hohen Jahresgebühren und Ausgabeaufschläge.

Bei einigen Fonds werden sogar Gebühren für die Performance fällig. Als würden die sonstigen Kosten nicht schon genug von deiner Rendite wegnehmen.

Die hohen Kosten sind der größte Rendite-Killer bei einem langen Anlagehorizont, da der Zinses-Zins Effekt nur mit angezogener Handbremse wirkt.

 

Beispiel

 

Mit einer monatlichen Sparrate von 100€ über 30 Jahre und einer angenommenen durchschnittlichen Rendite von 6% pro Jahr, hast du am Ende ca. 97.925€ Brutto.

Jetzt musst du über diesen Zeitraum noch sämtliche Kosten abziehen. Bei einem herkömmlichen Aktienfonds kannst du durchaus mit 3,75% Ausgabeaufschlag und 1,5% Verwaltungskosten rechnen.

Vorsicht! Bei den im Verkaufsprospekt ausgewiesenen Verwaltungskosten bzw. laufenden Kosten, handelt es sich um eine Kostenschätzung, da die Kosten des letzten Geschäftsjahres nicht die künftige Belastung des Fondsvermögens mit Kosten widerspiegeln. Grundsätzlich enthalten Laufende Kosten weder Kosten für den An- und Verkauf von Wertpapieren (Transaktionskosten) noch ggf. anfallende, an die Wertentwicklung des Fonds gebundene Gebühren.

Das Ergebnis aus der Rechnung sieht nun so aus: Der Endwert beträgt ca. 71.374€ (Einzahlung 36.000€ + Gewinn ca. 35.374€).

Im Vergleich fallen bei einem ETF ungefähr folgende Kosten an: Ordergebühren 1,5% (teilweise sogar kostenfrei) und laufende Kosten 0,3%. Das Ergebnis: Endwert ca. 91.128€ (Einzahlung 36.000€ + 55.128€).

Dieser kleine Unterschied in den Kosten macht nach 30 Jahren ca. 19.754€ mehr oder weniger auf deinem Konto aus. Wohlgemerkt bei einem Anlagevolumen von nur 100€ im Monat.

Der Vergleich setzt natürlich eine gleiche Performance voraus, wobei das Ergebnis hier schon negativ ist. Wie eingangs erwähnt, ist aber nicht mal das der Fall. Im Schnitt unterliegen dauerhaft über 90% aller Fondsmanager dem Vergleichsindex. Ein ETF dagegen kopiert diesen nur und schneidet genauso gut ab, wie der Vergleichsindex selbst.

Ein herkömmlicher Fonds, egal ob Aktienfonds oder Rentenfonds, hat in deinem Portfolio heute nichts mehr verloren.

ETFs sind die eindeutig bessere Wahl für den Anleger.

 

#2 Peer to Peer Kredite gehören nicht in dein Portfolio

 

Peer to peer Kredite (oder auch P2P) sind Kredite von Privatperson zu Privatperson. Die Bank hat hier nur die Aufgabe ein Abwicklungskonto zu stellen und den Transfer über die Zeit zu koordinieren.

Immer mehr Anhänger findet diese Anlageklasse.

Dem privaten Kreditgeber winken je nach Bonität des Kreditnehmers satte Renditen, in Form von Kreditzinsen. Plattformen wie Auxmoney oder Mintos ermöglichen den Investoren zum Teil vollautomatisiert, nach voreingestellten Kriterien Geld auf viele verschiedene Kredite zu verteilen.

So wird das Investieren nicht nur durch eine größere Diversifikation risikoärmer, sondern auch vollkommen einfach, weil der Kreditgeber niemanden mehr händisch heraussuchen muss.

 

Grund 1, warum du diese Anlageklasse meiden musst

 

Die Automatisierung verhindert natürlich eine qualitative Auswahl an Kreditberechtigten. Denn nicht nur der Schufa-Score wird durch den Anwärter zur Verfügung gestellt, er muss auch einen kleinen Bitt-Text erstellen. In diesem Text erklärt er warum er einen Kredit haben möchte. Im Fall der automatischen Auswahl, braucht er sich nicht mehr anstrengen, um sich selbst besser zu verkaufen.

Aktuell kannst du ohne Anmeldung nicht mehr in die Texte schauen. Was ich aber früher gelesen habe, war echt gruselig.

Texte, die nicht nur durch Rechtschreibung, Grammatik und Form Geräusche einer Schiefertafel in meinem Gehirn hervorriefen, sondern auch die Gründe waren beängstigend.

Warum zur Hölle solltest du jemandem Geld leihen, der unbedingt eine neue Schrankwand braucht, seinen Dispo ablösen möchte oder einfach nur Cash haben will?

In unruhigen Wirtschaftsphasen könnte sich diese Kapitalanlage sogar als größerer Risikofaktor darstellen. Denn welche Kosten wird der Verbraucher als erstes nicht mehr bedienen, wenn das Geld knapp wird? Sicher nicht seine Miete oder gar Lebensmittelkosten.

Jetzt wird es noch schlimmer.

 

Grund 2, warum du diese Anlageklasse meiden musst

 

Genau von diesem Verhalten raten dir Experten ab. Tilge deine Schulden. Mache keine Schulden, schon gar nicht solche Dummen. Danach fange mit dem Geld anlegen an. Aber erst wenn du sauber bist. Und bleibe auf jeden Fall sauber. Nur so wirst du reich.

Einige dieser Experten raten dir jetzt auf der anderen Seite Gläubiger zu werden. Um genau solche nicht nachvollziehbaren Schulden unter dem Volk entstehen zu lassen.

Schulden bewirken seit tausenden von Jahren ein ungleiches Verhältnis zwischen Gläubiger und Schuldner. Der Gläubiger herrscht über den Schuldner. So war es schon immer.

Ja, Schulden sind schlecht. Als Finanzblogger oder einfach nur jemand der über Geld schreibt, bin ich in der Pflicht dir von P2P Krediten abzuraten. Sowohl von der einen, wie auch von der anderen Seite.

Ich werde keine schizophrene Haltung zum Thema Schulden einnehmen, indem ich sie auf der einen Seite ablehne und auf der anderen Seite forciere.

P2P Kredite haben aus moralischen und risikosenkenden Gründen nichts in deinem Portfolio verloren.

 

#3 Staatsanleihen gehören nicht in dein Portfolio

 

Staatsanleihen haben den Ruf eine sichere Anlage zu sein. Der Staat ist daran interessiert, dass dieser Ruf bestehen bleibt. Denn diese Anleihen dienen dem Staat als Finanzierung.

In Gerd Kommers Buch „Souverän investieren in Indexfonds“ stellt er Staatsanleihen sogar als risikoloses Beiwerk neben dem Weltportfolio auf. Hier wächst die risikolose Zutat auf 30% des gesamten Portfolios an.

Und immer wenn du dich in einen Anlagetyp eingruppieren sollst, kommen Staatsanleihen auf den Tisch. Je nach Sicherheitsgefüge wird dir dann ein Aktien / Anleihen Verhältnis von 70/30 oder 80/20 vorgeschlagen.

Um dir zu allem Übel noch einen sicheren Ausweg zu bereiten, musst du dein Portfolio kurz vor Ende deines Anlagehorizonts langsam in Anleihen umschichten.

Diese Lehrbuchpredigten haben vielleicht 19 Hundert irgendwas funktioniert. Da war Vater Staat noch stark und gesund. Heute sieht es gerade mit den westlichen Staaten anders aus. Die Fassade sieht gut aus. Im Inneren wird allerdings ein Geschwür immer größer.

Die Staatsschulden wachsen über die politischen Perioden immer weiter an. Heute wird wohl niemand mehr daran glauben, die Staaten könnten diese Schulden irgendwann einmal begleichen. Nicht diese Generation vermag das, auch viele weitere Generationen werden nicht in der Lage sein.

An irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft wird dieses Konstrukt aus Schulden nicht mehr lebensfähig sein. So ähnlich ist es auch privat bei dir. Du kannst aus deiner Sicht einen großen Berg Schulden anhäufen. Aber irgendwann wird das nicht mehr funktionieren.

 

Der Schuldenschnitt

 

Was jetzt noch geht, ist der Schuldenschnitt. Solche Tricks kann der Staat auch. Zum Beispiel mit einer Währungsreform. Bei einer Währungsreform bestimmt der Staat wie es weiter geht, zum Beispiel wie hoch der Umrechnungsfaktor bei privaten Schulden ist und wie hoch er bei Staatsschulden ist.

Eine Reform in Zusammenhang mit einem Schuldenschnitt der Staatsanleihen ist auch möglich. Dann kommt der Moment, wo du als Gläubiger des Staates ganz nach unten geschoben wirst. Pech gehabt.

Wenn du denkst einer Währungsreform wäre unwahrscheinlich? Die Geschichte sagt etwas anderes. Ganze 5 mal hat das deutsche Volk allein in den letzten 100 Jahren eine Währungsreform miterlebt.

Seit vielen Jahren wird der totale Bankrott prophezeit. Schon 2009 schrieb Dirk Müller in seinem Buch „Cashkurs“*, er würde Staatsanleihen nicht mal mit der Kneifzange anfassen. Die Nullzins-Politik der EZB ist eine lebenserhaltende Maßnahme für die hoffnungslos überschuldeten Staaten.

Wenn die Zinsen wieder steigen, könnte der Crash kommen. Und deine Anleihen sind nicht mal mehr das digitale Papier wert, auf dem sie stehen.

Finger weg von Staatsanleihen

 

Fazit

 

Ganz egal, wie oft und wie energisch dich dein Lehrbuch auf diese Kapitalanlagen einschwört, manchmal ist es besser mal kurz darüber nachzudenken.

Die klassischen Fonds haben ausgedient. Wir wissen jetzt, dass diese Fonds niemals dauerhaft den Markt schlagen. Die Kostenerhebung in diesem Zusammenhang ist eine absolute Frechheit.

Spare dir fast 20.000€, im Vergleich zu der heutigen besseren Anlagevariante mit ETFs. Klassische Fonds haben in deinem Portfolio nichts mehr verloren.

Überlege dir bei allen Ausgaben die du tätigst, wer etwas davon hat. Im Falle der Fonds sind das zum Beispiel Banken. Bei Deka Investments kannst du keine Fonds kaufen ohne vorher einen Termin bei einem Sparkassen Mitarbeiter gehabt zu haben. Damit rechtfertigen sie die hohen Beratungsgebühren bzw. Provisionen.

Die weiteren Gewinner aus deinen Investitionen sind Fondsmanager, denn die Verdienstmöglichkeiten in der Finanzbranche sollen ja auch nicht schlecht sein.

Bei Staatsanleihen ist natürlich der Staat daran interessiert die perfekte Welt aufrecht zu halten. Ein Schuldner mit sehr hoher Bonität. Sicherheit ohne Ende.

Da kommt mir gerade die Frage auf, wie finanzieren sich eigentlich die Rating Agenturen, die diese wundervollen Triple A Bewertungen vergeben? … Egal.

Bei P2P Kredite hat wieder die Bank die Nase vorn. Mit den kleinen Gebühren durch den Geldtransfer. Sie kassieren ohne Risiko, denn das trägst du.

Nur seltsam, dass hier weniger die Banken das Produkt an den Mann bringen, es sind diesmal unsere Experten. Mit vielen tollen Auswertungen über die möglichen Renditen der unterschiedlichen Bonitätsklassen, ziehen sie dich in den Rendite Bann. Unter Umständen kommt es hier und da vielleicht auch zu einer kleinen Provision.

Lesen bildet. Aber manchmal sagt dir dein Lehrbuch etwas, was heute nicht mehr stimmt.

Nimm dir öfter mal Zeit zum Nachdenken, um hinter den Schein zu blicken.

Diese 3 Kapitalanlagen sind nichts für dich.

 

David

Hörbuchtipp

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Das erste Hörbuch ist geschenkt

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„Schulden – Die ersten 5000 Jahre“

Ein Plädoyer für einen radikalen Neuanfang 

Seit der Erfindung des Kredits vor 5000 Jahren treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: Eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie. Schulden sind nur Versprechungen, so Graeber, und die Welt ist voll von Versprechungen, die nicht gehalten wurden. Jede grundlegende gesellschaftliche Veränderung aber beginnt mit der Frage: Wie können wir eine neue, eine bessere Welt schaffen?

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About the Author

David liebt es einfach vorzugehen. Gerade bei dem Thema Geldanlagen findet er, dass es Unmengen von nutzlose Informationen gibt, die er für dich rausfiltert…

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