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Buy and Hold ist eine der bekanntesten Anlagestrategien der Welt. Schon die einfache Übersetzung der Wörter, offenbart dir die Einfachheit.

Kaufen und Halten.

Es ist auch so wie es klingt: einfach!

Aber jetzt wird es schwierig: Google zieht dich gleich am Anfang deiner Recherchen in einen Strudel der Ablehnung.

Nachteile.

Missverständnisse.

Irgendwie tot.

Das sind deine vorgesetzten Kernaussagen, welche allmählich deine Gedanken vergiften.

 

Warren Buffet macht es vor

 

Seit über ein halbes Jahrhundert versetzt uns Warren Buffet immer wieder in Erstaunen. Seine simple Anlagestrategie hat nicht nur ihn zum reichsten Investor der Welt gemacht (über 84 Mrd. Dollar schwer, laut Forbes), sondern er hat auch jede Menge Mit-Investoren zu großem Wohlstand verholfen.

Er kauft Unternehmen (Aktien) und behält sie. Natürlich greift er nicht blind in den Topf, sondern sucht sich seine Investments sehr sorgfältig aus.

Die Haltedauer von Aktien aus Warrens Portfolio übersteigt teilweise mehrere Jahrzehnte. Seine Lieblingshaltedauer: Für Immer.

Buy and Hold also. Kaufen und Halten.

 

Es funktioniert heute nicht mehr

 

Nachdem Warren Unternehmen einer fundamentalen Analyse unterzieht und zudem eine Unterbewertung auf dem Markt erkennt, kauft er.

Das Unternehmen ist für die Zukunft aufgestellt, bereit für Expansion und hat einen starken Panzer gegen Konkurrenten.

Und hier fangen viele Mitglieder der heutigen Anlegergemeinschaft an, dagegen die Hand zu erheben.

Die Welt wird schnelllebiger, wandlungsfähiger und teilweise überholt uns der Fortschritt. In einer solchen Welt wird es immer schwieriger Unternehmen zu finden, die auch in 30 Jahren noch existieren.

Es stimmt. Und ich gehe noch einen Schritt weiter.

Die fortschreitende Digitalisierung wird im exponentiellen Wachstum Unternehmen von der Fläche fegen. Unternehmen von denen du jetzt denkst, es wird sie immer geben.

Denke an Uber, die mehr und mehr den Taxiunternehmen auf der Welt den Gar ausmachen. Oder weiter noch, selbstfahrende Autos. Das wird zukünftig die ganze Transportbranche auf den Kopf stellen. Sowohl den Personen- und Gütertransport.

Was ist mit Facebook oder Google, die Milliarden Dollar Umsatz im Jahr machen, ohne ein einziges Wirtschaftsgut zu erzeugen. Solche Unternehmen konnte sich vor 20 Jahren niemand vorstellen. Davon wird es in Zukunft mehr geben.

Wir können jetzt unmöglich die Zukunft erraten. Wir erkennen nicht die wirtschaftliche Zusammensetzung der nächsten Generation. Obwohl sie so weit nicht mehr entfernt ist.

Also können wir nicht mehr kaufen und halten. Oder noch schlimmer, wie Kostolany, nach dem Kauf die Augen verschließen.

Die Strategie funktioniert also doch nicht mehr?

 

Die Betrachtungsform ist irreführend

 

Wie bei dem eben genannten Nachteil, sind auch weitere Vor- und Nachteile immer im Zusammenhang mit einer Anlageklasse beschrieben.

Diese Information ist allerdings oft nur aus dem fließenden Text zu entnehmen. Sie verschwimmt für den angehenden Investmentneuling, der beim Überfliegen des Textes nur eine Botschaft mitnimmt:

Buy and Hold funktioniert nicht mehr.

„Gut, dann suche ich mir eben etwas Neues.“

Aber Buy and Hold ist nur eine Strategie!

Wie Indexing, Dividendenstrategie, Value-Strategie oder viele andere.

Und Aktien sind eine Anlageklasse!

Wie Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Oder Anlageprodukte, wie Fonds, ETFs, Zertifikate, und viele andere.

Punkt.

Das eine ist die Fahrweise und das andere ist das Fahrzeug.

 

Der suggerierte Zusammenhang

 

Buy and Hold wird dir immer wieder mit dem kaufen und halten von Aktien erklärt. Oder dass „passives anlegen“ nur mit ETFs funktioniert. Wie ein zusammenhängendes Geflecht. Das Eine suggeriert dir automatisch das Andere.

Als wenn du nur mit einem Porsche schnell fahren kannst.

Blödsinn!

Du kannst natürlich auch mit anderen Fahrzeugen schnell fahren.

Und genauso kannst du auch die Strategie mit anderen Produkten oder Anlageklassen verknüpfen.

Trenne diesen Zusammenhang bei der Erforschung von Vor- und Nachteilen dieser Strategie, der oft erst beim zweiten Blick deutlich wird. Das trifft natürlich auch für andere Strategien zu.

 

Der objektive Betrachtungswinkel

 

Natürlich machen manche Anlagestrategien mit einigen Anlageklassen keinen Sinn. Oder es funktioniert einfach nicht. Versuche mal mit Immobilien Daytrading zu betreiben.

Betrachte Strategien trotzdem erstmal für sich allein. Was kennzeichnet sie.

Erst beim Zusammenführen mit einer bestimmten Anlageklasse oder eines Produktes werden Vor- und Nachteile erkennbar.

Was du aber vorgesetzt bekommst, wenn du nur „buy and hold“ in deine Google Zeile eintippst, ist Schwarzmalerei einer verkannten Strategie. Einer Strategie die immer mit Aktien kaufen und halten gleichgesetzt wird. Obwohl dies in den Überschriften meist nicht erkennbar ist.

Nur Seite 1 des Google Listings:

„5 Denkfehler…“

„… Lohnt sich Buy and Hold 2018?“

„2 Missverständnisse…“

„… wirklich so gut?“

„… kann man arm werden“

Immer im Zusammenhang mit Aktien.

Die Objektivität wird dir dadurch schnell genommen. In deinem Kopf wird es gefestigt. Es funktioniert nicht. Ist halt so.

Gehe lieber wie folgt vor: Betrachte die beiden Seiten getrennt.

Auf der einen Seite die Strategien.

Auf der anderen Seite die Anlageklasse bzw. Produkte.

Von oben siehst du nun, dass du theoretisch die Auflistungen auf beiden Seiten wahllos miteinander verbinden kannst.

Jetzt wird es objektiv für dich.

Verbinde die Möglichkeiten und erkenne die Vor- und Nachteile auch von anderen Kombinationen.

 

Definitionen

 

Am Anfang ist Buy and Hold einfach nur eine Strategie, ohne Bewertungsmöglichkeit.

(Auszüge aus Wikipedia)

Buy and hold (deutsch: Kaufen und behalten) ist eine Anlagestrategie, die darauf abzielt, Geldanlagen langfristig zu behalten.

Daytrading beschreibt den kurzfristigen spekulativen Handel mit Wertpapieren. Hierbei werden Positionen innerhalb des gleichen Handelstages eröffnet und wieder geschlossen – mit dem Ziel, bereits von geringen Kursschwankungen zu profitieren.

Value Investing (auch wertorientiertes Anlegen) ist eine Anlagestrategie bzw. ein Investment-Stil, bei der Kauf- und Verkaufsentscheidungen für Wertpapiere ausschließlich unter Bezugnahme auf den realwirtschaftlichen Gegenwert der Anlagen, den so genannten inneren Wert (engl. intrinsic value) getroffen werden.

(Alle weiterführende Sätze vermischen diese Strategien wieder mit einzelnen Anlageklassen.)

 

Buy and Hold funktioniert und ist die perfekte Anlagestrategie für Privatanleger

 

Mit der korrekten Kombination aus der Strategie und einem Produkt, fege ich alle Nachteile vom Tisch.

Buy and Hold mit ETFs!

Gepaart mit eingerichtetem Sparplan, hast du die idealste Form des Sparens für Privatanleger im Depot.

Die Aussagen aus dem Netz können nun oft zum Vorteil gedreht werden:

  • „Buy and Hold“ ist nicht einfach, man muss ständig die Entwicklung von Unternehmen im Auge haben.

Es ist einfach.

Mit ETFs.

Du musst nicht ständig den ETF im Auge haben.

Dein ETF hat sehr viele Unternehmen im Portfolio. Wenn ein Unternehmen allmählig vom Markt verschwindet, verschwindet es auch aus deinem ETF. Dafür sind die Fondsmanager da. Sie prüfen die Zusammensetzung des ETFs ggf. nach Marktkapitalisierung und korrigieren diese bei Bedarf.

Wenn der totale Absturz eines Unternehmens zu rasant passiert, fällt das bei der Masse der Unternehmen in deinem ETF nicht auf.

Darum kannst du deinen ETF kaufen und liegen lassen. Dauerhafte Beobachtung führt nur zur innerlichen Unruhe, insbesondere bei turbulenten Marktphasen. Gerade diese Marktphasen werden dich zum Handeln verleiten.

Handeln spricht gegen die Strategie.

  • Es ist wichtig was man kauft. Die Unternehmensanalyse ist ein absolutes Muss.

Musst du nicht machen. Dir ist es fast egal, was in deinem ETF steckt. Hauptsache er bildet den dafür vorhergesehen Markt ab.

Suche nicht die Nadel im Heuhaufen, kaufe einfach den Heuhaufen!

 

John Clifton Bogle (Autor und Gründer von The Vanguard Group)

 

So entfällt für dich das lästige Unternehmensanalyse-Getue.

  • Buy and Hold kostet Zeit, da du regelmäßig das Unternehmen beobachten musst, bevor es ohne dein Wissen ins Bodenlose fällt

Ähnlich wie der erste Punkt. Mit einem ETF Depot und der Buy and Hold Strategie sparst du dir diese Zeit allerdings.

Du musst nicht ständig online sein, um die Zahlen zu checken. Du musst nicht ständig Wirtschaftsnachrichten schauen oder die Financial Times lesen, um deine Unternehmen unter deinem wachsamen Auge zu halten.

Hunderte Unternehmen besitzt du.

Es ist dir einfach egal ob eines davon strauchelt. Entfernen kannst du es aus deinem Portfolio eh nicht. Das erledigen im Ernstfall die Fondsmanager. (Ja, auch ETFs werden von diesen Gestalten gemanaget)

  • Der zwischenzeitliche Kurs ist nicht egal, wenn sich fundamentalen Daten eines Unternehmens ändern, muss man sich davon trennen können

Der zwischenzeitliche Kurs ist dir bei deinem ETF Depot egal.

Weil dein Anlagehorizont ist sehr lang.

20 Jahre.

Besser 30 Jahre.

Am besten: für immer.

Die „Regression zum Mittelwert“ ist dabei deine mächtige Waffe gegen Risiko. Das bedeutet, Ergebnisse nähern sich mit der Zeit dem Durchschnitt.

Und was willst du mit deinem ETF Portfolio. Die durchschnittliche Marktrendite. Dein Ziel erreichst du mit der Zeit. Vollkommen egal, wo morgen der Kurs steht.

  • Mit Buy and Hold kannst du einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt erwischen

Dein ETF Depot fährt mit Autopilot. Dein eingerichteter Sparplan holt dir Monat für Monat Anteile ins Depot. Es ist irrelevant ob du einen guten Einstiegszeitpunkt hast. Du hast jeden Monat einen anderen Einstiegszeitpunkt.

Da gibt es gute und schlechte Einstiegspunkte.

Du nimmst sie alle mit.

Das ist nicht dramatisch, denn jeder Einstieg bringt dir auf Dauer den Durchschnitt ins Depot.

  • Buy and Hold Anleger denken sie können Schrott kaufen, es behalten und auf Dauer trotzdem Rendite erzielen

Ich gehe wieder einen Schritt weiter und sage: Du wirst Schrott kaufen. Unweigerlich.

Bei einer so großen Kapitalstreuung, wie es einige einzelne ETFs schon können, wirst du auch Schrott-Unternehmen dabei haben. Denke an den ETF auf den Index MSCI World mit über 1600 Einzelpositionen. Da wird das ein oder andere Unternehmen dabei sein, was in 20 Jahren nicht mehr Bestandteil des Index ist.

Auch wenn dieses Unternehmen fest in der Wirtschaft verankert ist und eine hohe Marktkapitalisierung aufweist (sonst wäre es heute nicht Bestandteil des Index), weißt du nicht, wie die Zukunft aussieht.

Stichpunkte Digitalisierung und Fortschritt.

Dafür werden die neuen Jumbos der Wirtschaft die Plätze der Alten übernehmen. Sie wandern automatisch in deinen ETF.

Für den Tausch brauchst du dir kein Stress machen.

  • Buy and Hold Strategen verpassen Kursraketen und Neu-Emissionen

Das stimmt. Das ist aber kein Nachteil für dich. Du setzt auf langfristiges Wachstum.

Das ist eher ein Vorteil für Buy and Hold Strategen. Du minimierst das Risiko und deine Kosten, wenn du nicht versuchst die nächsten Raketen und erfolgversprechendsten Neu-Emissionen zu finden.

Würdest du das als Nachteil sehen, würdest du dir eine neue Strategie suchen.

Machst du aber nicht.

 

Fazit

 

Buy and Hold als Anlagestrategie kann wunderbar funktionieren. Mit dem richtigen Fahrzeug unter dem Hintern, verwandelt es viele irrgeglaubte Nachteile in Vorteile um.

Es ist die ideale Strategie für dich als Privatanleger. Einfacher kannst du es nicht haben. Und als Obolus lässt du auf Dauer über 80% aller Anleger hinter dir. Aktive Marktteilnehmer haben einen hohen Kostenaufwand, der auf Dauer renditetechnisch nicht mehr aufgeholt werden kann.

Wahrscheinlich ist Buy and Hold auch ausgelutscht. Verbraucht und lässt sich auch nicht mehr so gut verkaufen.

Da muss was Neues her, was reizender klingt

Passiv Investieren“ vielleicht…

 

Bleib bei deinem Ziel,

 

David

About the Author

David liebt es einfach vorzugehen. Gerade bei dem Thema Geldanlagen findet er, dass es Unmengen von nutzlose Informationen gibt, die er für dich rausfiltert…

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