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Vilfredo Pareto untersuchte 1906 die Verteilung des Gesamtvermögens der italienischen Bevölkerung. Der gelernte Ingenieur, Soziologe und Ökonom fand heraus, dass sich 80% des Vermögens in der Hand von nur 20% der Bevölkerung befanden.

Er empfahl darauf den Banken sich nur noch um die reichsten 20% der Bevölkerungsschicht zu kümmern, um die Effektivität zu steigern. Es folgte natürlich ein Aufruhr der größeren Bevölkerungsschicht.

Pareto hat mit seinen Entdeckungen unlängst Einzug in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft erhalten. Heute eher bekannt als Pareto-Prinzip, Pareto-Effekt oder simpel die 80/20-Regel.

In 20% deiner Arbeitszeit schaffst du 80% der Arbeitsleistung. Das ist das bekannteste Beispiel für die Anwendung des Pareto Prinzips.

Das Prinzip ist damit zum Symbol der Ungleichverteilung oder zur Unbalance von Mitteleinsatz und Ertrag geworden. Es lässt sich auf viele der oben genannten Bereiche übertragen.

Ich werde heute noch einen Bereich hinzufügen, für den Privatanleger. Geld anlegen nach dem Pareto Prinzip.

 

Aufbruch zu Neuem

 

Die Masse der Privatanleger wächst. Heute ist es klar, dass mehr und mehr Menschen sich den geldgierigen Klauen ihrer Bankverkäufer und Versicherungsfachleuten entziehen.

Mit etwas Ehrgeiz, ein Müh an eingesammelten Know How und vollstes Selbstvertrauen stürzen sich immer mehr in das Selbstmanagement der eigenen Finanzen. Und es wurde auch Zeit.

Zeit zu sagen: Es ist mein Geld. Meine hart verdienten Kröten und ich bin nicht mehr bereit eure Elfenbeintürme zu finanzieren. Warum auch?!

Bei einigen der Finanzneulinge schlummert der Ausbruch schon lange in den Knochen. Der wachsende Informationsfluss unserer Zeit tut sein Gutes. Der Ausbruchgefährdete entdeckt Gleichgesinnte. Er kann tatsächlich seine Finanzen in die eigenen Hände nehmen. Nach gefassten Entschluss und gelungener Rebellion beginnt nun die eigentliche Lernphase.

Die Synapsen erfahren gewitterähnliche Zustände, nicht nur durch das „Lerning by Doing“, sondern insbesondere auch durch den Zustrom digitaler Einflüsse. Gefühlt Dreihunderttausend totsichere Möglichkeiten das eigene Kapital zum Wachstum zu bewegen, existieren in der freien Wildbahn. Das große Tüfteln, Erforschen und Ausprobieren hat begonnen.

Und wieder fließt massenweise Geld in die Taschen der Eliten. Nur jetzt wird es Lehrgeld genannt.

Die Glücklichen, die durch Zufall oder echtem Weitblick, sofort auf die wenigen, sinnvollen Anlagemöglichkeiten stoßen, bleiben vor dem anstehenden Strudel in die Ineffizienz nicht verschont.

Die Ineffizienz, die dem Privatanleger mehr Zeit und mehr Geld kostet.

 

Das Pareto-Optimum

 

Der Anleger wird zu einem bestimmten Zeitpunkt sein Geld so anlegen, dass es kaum Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Unter der optimalen Verteilung von Zeit, Kosten, Strategie und Anlageklasse, entsteht der optimale Renditeertrag. Die Höhe des eingesetzten Kapitals spielt dabei keine Rolle.

Das ist das Pareto-Optimum. Der Zustand, der nicht mehr verbessert werden kann. Bei dem Versuch diesen dennoch zu verbessern, wird eine Eigenschaft unweigerlich verschlechtert.

Pareto Optimum | Depotacademy

Einfache Darstellung des Pareto Optimums

 

Bei der Suche nach einer höheren Renditeausschöpfung, erhöht sich entweder der Zeit- oder der Kostenaufwand. Bei Erhöhung der Kosten, schmälerst du allerdings deine Rendite.

Der optimale Zustand wird mehr und mehr aus dem Gleichgewicht gebracht und rechtfertigt bald keine Verbesserungsversuche mehr. Das Gesamtergebnis wird immer schlechter.

Auch als Anleger einer smarten Anlagestrategie, der ETFs im Portfolio hält, tust du gut daran, die Hände von deinem Depot zu lassen. Du schützt somit den optimalen Zustand, vor der immer größer werdenden Ineffizienz.

 

Wann ist der optimale Zustand erreicht

 

Wenn der Anleger den optimalen Zustand seines Portfolios erreicht hat, muss er mit weiteren Anpassungen aufhören, um diesen nicht zu zerstören.

Das klingt einfach.

Aber der Anleger hat ein Problem: Er weiß nicht wann dieser optimale Zustand erreicht ist.

Die Geldanlage gleicht keinem betrieblichen Ablauf, der berechnet werden kann. Wieviel Arbeitsstunden muss ich einsetzten um die vorhandene Nachfrage zu bedienen? Mit Erhöhung der Produktion lässt sich die Nachfrage verringern, aber der Preis verringert sich auch. Das Verhältnis zwischen Kosten, Zeit und Gewinn lässt sich steuern und das Optimum lässt sich berechnen.

Dein Portfolio, deine Geldanlage ist etwas anderes. Zu viele Strategievarianten lassen sich mit zu vielen Anlagevarianten vereinen.

Insbesondere der unstetige Finanzmarkt macht eine Berechnung des optimalen Portfoliozustandes unmöglich. Denn wieviel Rendite du mit deiner Strategie verdienst, siehst du erst wenn du sie verdient hast.

Der Markt ist unberechenbar. Zu viele Einflüsse bringen die Kurse zum Steigen oder zum Fallen. Politische Ereignisse, Umweltkatastrophen, aber auch irrationales Verhalten der Marktteilnehmer lassen die Kurse schwingen.

Den optimalen Zustand des eigenen Portfolios zu bestimmen ist also unmöglich.

Deshalb betrachten viele Anleger die scheinbar einzig steuerbare Variabel im Portfolio: den Renditeertrag. Und den gilt es zu erhöhen, unter allen Umständen.

Da die Einschätzung der Renditehöhe nur mit einem Blick auf vergangene Zeiträume funktioniert, entsteht ein Trugschluss auf zukünftige Ergebnisse. Besonders dramatisch wird es, wenn die Ergebnisse in einer Zwischenbilanz nicht erreicht wurden.

Ohne das Wissen, ob das eigene Portfolio den optimalen Zustand erreicht hat, wird dieser mit weiteren Handlungen und Anpassungen vernichtet.

Willkommen im Strudel der Ineffizienz.

 

Wie kannst du dich vor der Ineffizienz schützen

 

Im heutigen digitalen Zeitalter hast du vollen Zugriff auf Expertise, wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen von vielen tausend Anlegern dieser Welt.

Die Wissensintensität erhöht sich sogar je Quelle im Laufe der Zeit, insbesondere durch eine immer höhere Abrufrate. Die Intensität wird durch eine höhere Nachfrage aufgebläht.

Dieses Wissen ist gefährlich, für beide Seiten gleichermaßen. Der Wissensgeber fühlt sich durch die große Nachfrage gezwungen mehr abrufbares Wissen zu schaffen. Der Lernwillige ist dazu verleitet, das komplette Wissen einzusetzen.

Das hört sich normal an, Wissen das du dir erarbeitet hast, einzusetzen. Und da ist das Problem: weil du dir das Wissen erarbeitet hast, fühlst du dich im Unterbewusstsein auch dazu gezwungen, es einzusetzen. Selbst wenn das Wissen irrelevant oder gar unsinnig ist.

Halte dich an Pareto. Mit dem Einstieg in die Finanzwelt und der Erschaffung eines Portfolios, hast du wahrscheinlich den optimalen Zustand erreicht. Dieser vergleichsweise kleine Arbeitsanteil, wird dir den größten Renditeertrag sichern.

Von Null Rendite, auf die Höhe der durchschnittlichen Marktrendite (bei der Wahl einer smarten Anlagestrategie) ist der größte Sprung den du machen wirst. Du wirst mit noch so viel Verbesserungsversuchen nicht annähernd noch einmal so viel Rendite für dein Portfolio raus holen.

Die Erhöhung deiner Arbeitsleistung an deinem Portfolio, wird nur unwesentlich den Renditeertrag erhöhen. Und das bei erhöhtem Arbeitsaufwand und vor allem bei erhöhten Kosten.

Eröffne dein Depot und erschaffe dein Portfolio nach ein paar sinnvollen Schritten. Dann lass es laufen. Lass es sich selbst entwickeln und zu einer mächtigen Größe heranwachsen.

Lass die Finger von deinem funktionierenden Portfolio, auch wenn du noch mehr über ein wissenschaftlich perfektes Portfolio lernst.

 

Bilde dich trotzdem weiter

 

Bildung ist nicht überflüssig.

Lies Blogs, schaue deine YouTube Channels über Geld an und lies auf jeden Fall viele Bücher. Das bildet dich, gibt dir Weitsicht und lässt deine innere Größe wachsen. Verzichte auf keinen Fall darauf.

Verzichte aber darauf, jedes kleine Detail zu einem „perfekten“ Portfolio, umsetzen zu müssen. Es wird dein „perfektes“ Portfolio zerstören.

Zu viel detailliertes Wissen brauchst du auch bei deinem Auto nicht. Du weißt, wie du es bedienen kannst. Wie du damit von A nach B kommst. Aber du weißt nicht wie der Motor wirklich funktioniert.

Du kannst dein Handy bedienen. Kennst die neusten Gimmicks, Features und Tools. Aber du hast absolut keine Ahnung von Schaltkreisen. Das ist auch alles nicht nötig.

Genauso ist es auch bei deinem Portfolio. Du musst nicht alles wissen. Du musst nicht wissen was Alpha bedeutet. Du musst nicht den internen Zinsfuß berechnen können.

Lass dich durch dieses riesige Fachwissen einiger Experten nicht aus der Ruhe bringen. Es wird dein Portfolio nicht verbessern.

Nimm das Wissen was du brauchst um dein unglaublich gutes Portfolio zu erschaffen. Und dann entspann dich.

 

Fazit

 

Entwickle dich, indem du liest. Egal ob Bücher, Blogs oder PDFs. Versuche aber nicht jede Kleinigkeit die du erlernt hast, in deinem Portfolio widerzuspiegeln. Das zerstört deinen optimalen Zustand.

Lege dein Geld nach dem Pareto Prinzip an. Dazu reichen 20% von dem Wissen, im Vergleich zu dem, was dir oft verkauft wird.

Kreiere dein Portfolio und dann lass es wachsen.

Von allein.

Ohne dein Zutun.

So behältst du den optimalen Zustand für dein Portfolio.

 

David

About the Author

David liebt es einfach vorzugehen. Gerade bei dem Thema Geldanlagen findet er, dass es Unmengen von nutzlose Informationen gibt, die er für dich rausfiltert…

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